Good evening ladies and gentlemen,

Blick aufs Mittelmeer
Die Nacht hatten wir in der Nähe der syrischen Grenze verbracht. Frühstück gab es an einem kleinen Bistro an einer Tanke. Das Fladenbrot mit Sesamkörnern kam gerade aus dem Ofen und war noch lauwarm, als es zusammen mit Wurst, Käse, Butter, Marmelade, Oliven und Tomaten und einem Tee von der netten Kellnerin serviert wurde. Es schmeckte einfach lecker!

Möhrchen bekommt ein Peeling
Der Tankwart und seine Kollegen kamen und bewunderten unsere Autos. Da sie inzwischen mehr als dreckig waren, fiel sogar den Türken auf. Sie luden uns deshalb in die Waschanlage ein, natürlich kostenlos, gaben sie uns zu verstehen.
Nach der Wäsche sahen unsere Kisten wie neu aus! Wir bedankten uns mit Giveaways und lie0en die begeisterten Jungs auf der Motorhaube signieren.
Wir rissen uns nach einer halben Stunde endlich los und fuhren in Richtung syrische Grenze.
Das “auschecken” aus der Türkei verlief weitestgehend stressfrei. Wir mussten kaum warten.
Aber dann! Wartezeit syrische Einreise mehr als FÜNF Stunden!!!

Belagerung der syrischen Grenze durch Rallyeteilnehmer
Ja, ihr lest richtig!
Eine lange Schlange hatte sich bereits gebildet. Ca. 80% davon ware Teilnehmer der Rallye, der Rest LKWs und sonstige Grenzgänger.
Wir kamen uns vor wie Asterix bei der Suche nach dem Passierschein A38. Wir liefen von A büer C zurück nach B um uns dann bei A wieder einen Stempel zu holen.

Zusammentreffen mit Team Spessarteiche an der Grenze
Die Wartezeit haben wir genutzt, um uns mit anderen Teams auszutauschen, whärend immer mind. Einer von jedem Team am Schalter der Bank Schlange stand und darauf wartete, dass er aufgerufen wurde. Hier musste man nmälich die Autoversicherung für Syrien beantragen, bzw. Bekam man hier erstmal die syr. Lira zum bezahlen der Versicherungspolice.
UND DAS DAUERTE!! Bis wir an der Reihe waren vergingen locker drei Stunden.

Mülltransporter in Syrien
In der Zwisschenzeit saeßn wir draueßn auf Campingstühlen in der brütnden Hitze, aßen eine Kleinigkeit, spielten Fußball, kochten uns einen Kaffee oder erzählten uns einfach gegenseitig die Highlights der bisherigen Reise. Vor allem unsere Freunde, die die Spessarteichen, planlosen Schlesier und das Team Aus gutem Grund hatten lustige und interessante Anekdoten zu berichten.
Zwischendurch kamen immerwieder interessierte Zöllner oder Aufseher oder der “Coffee-Man” zu uns und fragten uns viele verschiedene Sachen zur Rallye, Deutschland und zu uns. Viele unterschrieben auf unseren Rennwägen und machten Erinnerungsfotos mit ihren Handys mit uns zusammen an den Autos.
Der Coffee-Man, wie wir ihn nannten, war ein Syrer, der immer herumlief und den Leuten Kaffee anbot. Auch bei Thomas, Bernd (Spessarteichen) und mir machte er halt. Eigentlich wollten wir gar keinen Kaffee, aber er zauberte schnell drei bereits benutzte Porzellantässchen aus seiner Jackentasche und schenkte uns ein. Die silberne verschnörkselte Kanne erinnerte mich sehr an eine Wunderlampe. Genauso sonderbar schmeckte auch der Kaffee, der da herauskam !Irgendwas aromatisches war da noch beigemischt…nur was? Keine Ahnung. Aber ablehnen zählt in solchen Ländern nicht. Das gilt als Beleidigung. Also nippten wir brav an unserem Kaffee bis er leer war und gaben dem Coffee-Man seine Becher zurück.
Nach langem Warten und durchbahnen durch die Automassen bis vor zur Durchgangs-Schranke war es endlich soweit - WIR WAREN IN SYRIEN!
Erleichtert fuhren wir ins Landesinnere. Nach kurzem Boxenstopp und Routenplanung entschieden wir uns für eine “Erdstraße”, wie es auf der Landkarte hieß.
In Aleppo sollten wir ein Foto mit fremden Menschen machen, lautete die ncähste Aufgabe.
ÜEBRHAUPT KEIN PROBLEM!
Möhre musste das irgendwie mitbekommen haben, denn schon bald darauf riss unser Keilriemen!
Gott sei Dank waren wir ausgerüstet. Wir hielten an einer Tanke an und waren im Nu umringt von Einheimischen. Alle schauten interessiert zu und wollten erste Diagnosen stellen. Jochen wusste aber genau, was zu tun war.
Er kramte seine Werkzeugkiste hervor und wechselte innerhalb von 10 Minuten (!) den alten gegen einen neuen Keilriemen aus.
Die Gelegenheit nutzten wir auch gleich um unsere Benzintanks und Ersatzkanister voll zu machen. Man weißja nicht was noch kommt…
Wir fuhren weiter durch Käffer wie ihr sie bestenfalls mal im Fernsehen gesehen habt oder von Büchern kennt !Hier herrscht pure Armut! Die Wege sind staubig und schlecht, die Menschen haben nur dreckige Lumpen an, von Kleidern kann man hier kaum noch sprechen. Geld für Busse oder ähnliches gibt es wohl auch nicht, denn hier karren 7,5 Tonner die Kinder und Erwachsenen oben auf der Ladeflcheä sitzend von A nach B - und das bei hoher Geschwindigkeit! LKWs mit riesigen Steinbrocken auf der Ladeflcähe - natrlüich ungesichert, einfach aufeinander gestapelt. Rollerfahrer ohne Helm in einem Affenzahn wagen riskante Überholmanöver.
Ziegenherden und grasende Pferde stehen direkt am Straßenrand und lassen sich von den Autos kaum stören. Ein Lieferwagen rauschte an uns vorbei mit einem Pferd auf der Ladefläche! Nur mit einem Strick am Führerhaus angebunden. Eine scharfe Kurve und wir hätten ein fliegendes Pferd gesehen…
Die Hauptfarben, die ich hier sehen kann sind grün (Vegetation, vor allem Olivenbaumplantagen und Gras) und grau-braun (Steinunterknüfte, Staub, Steine, Dreck). Viele große, noch unbewohnte Rohbauten, Dörfer mit Garagen-großen Flachdach-Häusern, Wäscheleinen quer durch die Gassen gespannt und Müll in allen Ecken. Wir sind schockiert und gleichzeitig betroffen bei diesem Anblick.
Wir befinden uns in einer total anderen Welt.
Trotz allem sind die Menschen hier sehr freundlich und winken uns fröhlich am Straßenrand zu.
Kaum zu glauben…
Momentan befinden wir uns auf der Straße nach Palmyra, der Oase mitten in der Wüste. Es ist dunkel und die Luft hat sich ziemlich abgekühlt. Der Kilometerstand für den heutigen Tag zeigt 380 an.
Da haben wir noch einiges vor uns bis wir später unser Nachtlager aufschlagen!
Gerade wollten wir an einem kleinen Kiosk Rast machen. Leider akzeptierten die Betreiber keine Dollars und Euros. Wir saßen schon fast wieder im Auto und wollten losfahren, als uns 2 Scheichs in Englisch ansprachen und uns zum Essen einluden. Liebend gerne hätten wir das Angebot angenommen, aber wir wären heute keinen einzigen Meter mehr gefahren, das stand fest. Wir bedankten uns herzlich für die Einladung und lehnten sie freundlich ab. Die Scheichs verstanden, dass wir noch weit fahren mussten und haben uns zum Abschied fleißig mit beiden Armen gewunken.
Bis morgen und viele Grüße!
ss